Tag: goldener schnitt
Urlaubsfotos leicht gemacht – der große CUBE Foto Crash-Kurs, Teil 4: die Bildkomposition
30. Sep 17:32 | posted by Michi | Keine Kommentare
Eine ganz entscheidende Frage für ein gutes Foto: wo und wie positioniere ich das Motiv? Viele UrlaubsfotografInnen neigen dazu, das Hauptmotiv mittig zu platzieren. Wenn Ihr dem entfliehen und bessere Fotos machen wollt, dann haben wir heute den ultimativen Tipp für Euch: den Goldenen Schnitt. Denkbar einfach, aber sehr effektiv.
Diese Technik ist bereits mehrere hunderte Jahre alt und galt stets als die Faustregel für Ästhetik und Harmonie. Verwendet wurde der Goldene Schnitt bereits in Gemälden und natürlich in einer endlosen Zahl von Fotos. Diese Bildkomposition wirkt sehr beruhigend, stimmig und ansprechend.
So funktioniert’s: das Foto gedanklich in drei gleich große Teile teilen (je nach Bedarf horizontal oder/und vertikal). Und nun versucht man das Motiv an den Trennlinien dieser Drittel zu positionieren – darum nennt man den Goldenen Schnitt in der Fotofografie auch Drittel-Regel.
Aber sehen wir uns das anhand eines praktischen Beispiels an: einem Urlaubsfoto vom Gipfel der Zugspitze, nahe dem CUBE BIBERWIER-LERMOOS. Hier tragen mehrere Faktoren zur Bildkomposition bei: Zum ersten wurde das Verhältnis zwischen Himmel und Berge bewusst im goldenen Schnitt gewählt – zwei Drittel Berg, ein Drittel Himmel. Durch die Betonung “mehr Berg als Himmel” bekommt das Bild eine gewisse “Schwere” (hätte man stattdessen ein Drittel Berg, zwei Drittel Himmel, dann wäre das Bild “luftiger”). Durch den goldenen Schnitt, der zusätzlich bei den Personen am Berg angewendet wurde, gibt es rechts noch Platz, leicht unscharf einen Panoramaweitblick ins Bild reinzupacken.
Probiert es am Besten das nächste Mal selbst aus wenn Ihr eine Landschaft fotografiert. Wenn Ihr den Horizont gemäß dieser Drittel-Regel positioniert, werden Eure Bilder viel stimmiger wirken! Ein weiteres gutes Beispiel-Foto für den Goldenen Schnitt findet Ihr auf Wikipedia.
Weitere Kompositionsmöglichkeiten
Versucht, im gewünschten Motiv Linien oder Regelmäßigkeiten zu erkennen und diese Festzuhalten. Ein gutes Beispiel:
Hier wurde die Linienführung so gewählt, dass die „normale“ Leserichtung des Menschen (von links oben nach rechts unten) auf den Kopf gestellt wurde. Die Bank beginnt links unten und führt durch die geradlinige Form anschließend nach rechts oben – der Betrachter muss also den „Eingang“ des Bildes erst finden und folgt dann der Linie, was das Bild „spannender“ macht.
Eines sollte Euch aber bewusst sein: Bei diesen Tipps handelt es sich nur um Empfehlungen, sich im Laufe der Zeit etabliert haben. Man muss sich jedoch nicht immer daran halten. Denn ein guter Fotograf kennt zwar die Regeln der Fotografie – er weiß aber auch, wann er sie brechen kann.
In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spaß beim Experimentieren! Unten hab ich Euch noch jeweils ein Beispiel für den Goldenen Schnitt und für eine klare Linienführung angefügt. LG, Euer Jochen.

