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Wir basteln uns ein Mountainbike Video – Profi-Filmer Mike Herzog gibt Tipps für den Videoschnitt
01. Jun 13:57 | posted by Michi | Keine Kommentare
Letzter Teil unserer Info-Serie zum Thema Mountainbike-Filmen. Heute geht es darum, was zu tun ist, sobald die Aufnahmen im Kasten sind. Profi-Filmer Mike Herzog gibt Euch Tipps für den Videoschnitt und was Ihr bei Eurem Video rechtlich beachten müsst.
Hallo Mike. Wenn man die Shots von der letzten Bike-Tour im Kasten hat – was ist noch zu tun, bevor man mit dem fertigen Video vor Freunden und Kollegen prahlen kann?
Spektakuläre Aufnahmen sind nur die halbe Miete. Nun geht es darum, die Aufnahmen zu sichten, auszusortieren und möglichst knackig zu schneiden. Die Kunst dabei ist, einen spannenden und vor allem kurzen Film daraus zu machen.
Welche Schnittprogramme sind für Hobbyfilmer zu empfehlen? Was ist ein guter Einstieg?
Die ersten Schritte macht man am besten mit dem MovieMaker auf Windows oder dem iMovie auf MacOS – diese Programme sind bei den jeweiligen Betriebssystemen vorinstalliert oder kostenlos zum Download erhältlich. Zum einfachen Schneiden reichen sie vorerst aus.
Will man sich dann in punkto Bildbearbeitung und Effekte weiterentwickeln, sollte man auf Einsteigerprogramme wie Adobe Elements oder Magix Video umsteigen, die preislich bei ca. 60 bis 100 Euro liegen. Die nächste Stufe wären dann Programme wie Magic Pro X3 oder Final Cut, die in der Preisklasse von 200 bis 500 Euro liegen.
Reicht das für den Hobbyfilmer? Oder gibt es da noch Raum nach oben?
Natürlich – die Klassiker sind Adobe Premiere Pro und Final Cut Pro. Die liegen aber schon im Bereich um die Tausend Euro, also für Hobbyfilmer schon sehr teuer… Aber letztendlich muss jeder selbst entscheiden, wie viel ihm sein Hobby wert ist.
Ein Tipp: überlegt Euch, wie viel Euch gute Ergebnisse wert sind und versucht abzuschätzen, wie oft Ihr filmen wollt und wem Ihr die Filme zeigen wollt. Daraus solltet Ihr ableiten können, welches Programm das richtige ist. Ich habe zum Beispiel bereits in meinen Hobbyzeiten in die Adobe Pro Schiene investiert. Wer jedoch nur einmal im Jahr ein Erinnerungsvideo vom Bike-Urlaub machen will, sollte eher bei günstigen Programmen bleiben.
Gibt es eine Faustregel, was guten Schnitt bzw. ein gutes Video ausmacht?
Es gilt meist: weniger ist mehr. Konzentriert Euch auf das Wesentliche und schneidet einzelne Szenen kurz. Dies ist für den Filmer erfahrungsgemäß schwierig, weil man von den eigenen Aufnahmen sehr überzeugt ist und sich mit dem Aussortieren schwer tut. Bezieht deshalb auch außenstehende Personen mit ein. Diese können Euch gut dabei helfen, die wirklich wichtigen Aufnahmen auszuwählen oder weniger wichtiges wegzuschneiden.
Ein Tipp für den „roten Faden“: Versucht, wie in einem Spielfilm Spannung aufzubauen. Fangt am besten mit langsamen und ruhigen Aufnahmen an und steigert Euch zu einem Höhepunkt, der sich im hinteren Drittel des Films befinden sollte.
Was sind die wichtigsten rechtlichen Dinge, die man beachten muss?
Solange das Video nur privat in Verwendung ist, hat man eigentlich nichts zu befürchten. Aber oft will man sein Meisterwerk ja auch öffentlich präsentieren – sei es auf Online-Plattformen wie YouTube oder im Klublokal des Bike Vereins.
Dann gilt: jede Veröffentlichung von geschützten Inhalten kann rechtliche Konsequenzen haben! Bilder aus dem Internet, Sequenzen aus anderen Videos, Logos oder Musik sind geistiges Eigentum und rechtlich geschützt. Ohne die Einwilligung des Urhebers dürfen sie nicht verwendet werden. (Anm. d. Red.: vor allem bei Musik wird dies oft übersehen. Am Besten ist es, von vornherein lizenzfreie Musik zu verwenden – eine Übersicht über Quellen findet Ihr hier. Eine andere Option sind Inhalte unter der Creative Commons Lizenz.)
Hinzu kommt, dass nicht jeder ein Video für die Öffentlichkeit erstellen darf, vor allem wenn es sich um eine kommerzielle Vorführung handelt. Wir als Filmproduktionsunternehmen kümmern uns bereits im Vorfeld um die notwendigen rechtlichen Lizenzen.
Vielen Dank für das Interview! Zum Abschluss: woran arbeitet Ihr gerade? Welche Projekte stehen für diese Saison an?
Im sportlichen Bereich stehen Projekte wie das MTB-Diary von Flo Gottschlich am Programm, die nächste Serie drehen wir übrigens im CUBE BIBERWIER-LERMOOS. Zusätzlich wird es heuer einen Tourismusfilm über die Bike-Möglichkeiten im Salzburger Saalachtal sowie einen Kletterfilm von uns geben.
Abseits des Sports drehen wir verschiedene Imagefilme für Unternehmen sowie einen Dokumentationsfilm über den Gletscherrückgang in den Alpen. Und wenn es passt, auch die ein oder andere Hochzeit oder Taufe. Also gibt es immer was zu tun! [lacht]
Einen Überblick über alle Teile unseres Interviews mit Mike Herzog findet Ihr hier.
Pimp my Bike Video – Tipps vom Profi
27. Mai 17:11 | posted by Michi | Keine Kommentare
Ihr sucht den “roten Faden” für Eure Mountainbike Videos? Ihr wollt die Qualität Eurer Aufnahmen steigern? Dann ist Teil 3 unserer Serie genau das Richtige für Euch. Der professionelle Bike-Filmer Mike Herzog gibt im Interview Kreativitäts-Tipps und Inspirationen für lebhafte Videos.
Wie bekommt man ein gutes Gefühl für die richtigen Aufnahmen – gibt es so etwas wie eine Faustregel?
Eine Faustregel vielleicht nicht, aber grundsätzlich ist es sehr wichtig, erstmal ein visuelles Gefühl für die Landschaft zu bekommen. Bevor Ihr die Kamera in die Hand nehmt, schaut Euch die Umgebung an und stellt Euch Fragen wie: „Was sticht mir ins Auge? Was würdet ich später gerne auf dem Video drauf haben?“ Wenn Ihr Euch beim Filmen dann darauf konzentriert, sollte die Qualität Eurer Aufnahmen schon um einiges gesteigert werden – das funktioniert in den meisten Fällen.
Wie holt man sich Inspiration für Aufnahmen, Perspektiven, etc.?
Allen, die keine spezifische Ausbildung haben, kann ich nur empfehlen: schaut Euch einfach Bike-Videos an! Seht sie Euch aber bewusst an und bewertet, welche Aufnahmen Euch gefallen und welche weniger. Versucht jene, die Euch gefallen, beim Filmen nachzuahmen. Lasst Euch so auch in punkto Perspektive, Kameraführung, Licht und so weiter inspirieren. Mit ein bisschen Übung und Geschick gelingem so auch einem Hobbyfilmer sehr gute Bilder!
Private Videos wirken oft ein wenig langweilig und lieblos zusammengestoppelt… Wie kann man Videos aufregender gestalten?
Ein altes Problem: Für den „Kameramann“ selbst ist das Video meist überwältigend, da er eine Menge Arbeit und Emotionen in sein Film-Projekt gesteckt hat. Für Außenstehende ist es aber eher eine wahllose, nicht zusammenhängende Aneinanderreihung von Aufnahmen.
Hier hilft es, dem Video den so genannten „roten Faden“ zu verschaffen: Überlegt Euch vor dem Filmen eine kurze Geschichte und setzt etwas ein, das die Zuschauer durch den Film begleitet. Dies kann zum Beispiel eine Person sein oder sogar ein Objekt, das man aktiv in den Film einbindet.
Klingt theoretisch recht einfach – aber hast Du da auch ein praktisches Beispiel?
Kleine Anregung: Während Eurer nächsten Biketour versucht doch mal einen kurzen Film über Euren ständigen Begleiter zu drehen: die Trinkflasche an Eurem Bike. Setzt sie aktiv in Szene und benutzt Sie als ständig wiederkehrendes Element, als roten Faden – seht selbst, was dabei herauskommt.
Einen Überblick über alle Teile unseres Interviews mit Mike Herzog findet Ihr hier.
Die richtige Ausrüstung zum Filmen einer MTB Tour
13. Mai 16:21 | posted by Michi | Keine Kommentare
Teil 2 unserer Serie zum Thema Mountainbike Videos. Der professionelle Bike-Filmer Mike Herzog erklärt uns heute, worauf es beim Thema Equipment ankommt und welche Ausrüstung für den Durchschnittsbiker sinnvoll ist.
Hallo Mike. Kann man als Otto-Normal-Biker bei einer Bike-Tour überhaupt brauchbare Filmaufnahmen machen?
Ja, denn auch Hobbyfilmern steht heutzutage wirklich sehr gutes, qualitativ hochwertiges Equipment zur Verfügung. Erschwingliche HD-Camcorder sind optimal, um eine normale Tour abzulichten. Auch Helmkameras in HD-Qualität kosten heute nicht mehr die Welt und liefern brauchbare Ergebnisse. Ebenso sind auch die meisten privaten Computer von heute leistungsfähig genug, um kleine Filme darauf zu schneiden. » Weiterlesen