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Urlaubsfotos leicht gemacht – der große CUBE Foto Crash-Kurs, Teil 5: das Licht

15. Okt 15:30 | posted by Michi | Keine Kommentare

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Sonnenuntergang: Dieses Foto wurde in Barcelona zum Sonnenuntergang aufgenommen. Durch das damit verbundenen Licht und die langen Schatten bekommt das Foto eine ganz eigene Lichtstimmung als Untertags.

Für die Fotografie gibt es einen sehr netten Vergleich: Fotografieren ist wie malen mit Licht. Vom technischen Standpunkt aus passiert nämlich nichts anderes, als dass Licht vorne beim Objektiv hineinkommt und auf dem Film oder Speicherchip festgehalten wird. Vom praktischen Standpunkt aus heißt es, Licht bewusst als Gestaltungsmerkmal einzusetzen – genau diesem Thema widmen wir uns im heutigen Teil des CUBE Foto Crash-Kurses.

Hier die wichtigsten Tipps zum Thema Licht:

1) Die optimale Uhrzeit zum Fotografieren
Meidet die Mittagszeit. Hier steht die Sonne zu hoch, sodass sich hässliche, direkte und große Schatten bilden. Die optimale Uhrzeit zum Fotografieren ist entweder am frühen Vormittag oder am späten Nachmittag, denn da reduziert sich die Schattenbildung deutlich.

2) Zum Fotografieren muss die Sonne scheinen! Oder?
Dies ist ein weitläufiger Irrtum. Gerade im Portraitbereich führt eine Wolkendenke und dem damit verbundenen diffusen Licht zu einer weicheren und schattenarmen Ausleuchtung eines Gesichtes.

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Gegenlicht: In dieser Situation lag die Sonne direkt hinter den beiden Personen. Da eine Kamera leider keinen so hohen Kontrastumfang wie das menschliche Auge wiedergeben kann, kann sie nur zwischen hell und dunkel unterscheiden. Sprich: Entweder ich habe die beiden Personen schön hell, dafür reißt der Himmel aus (wird z.B. weiß), oder aber der Himmel ist optimal belichtet, dafür sind die Personen zu dunkel. Da dieses Foto mit einem Tele mitten am Berg über eine längere Distanz aufgenommen wurde, war ein Aufhellen per Blitz nicht möglich. Durch die Gegenlichtsituation und die Umwandlung in Schwarz-Weiß, erkennt man gerade noch die Konturen, um die Handlung zu erahnen. Dies gibt dem Bild aber eine ganz eigene Stimmung.

3) Gegenlicht
Euer Fotomodel steht vor einer traumhaften Bergkulisse, dahinter scheint die Sonne. Doch beim Betätigen des Auslösers stellt Ihr fest, dass die Berge perfekt abgelichtet sind, Euer Fotomodel jedoch viel zu dunkel erscheint. Was ist passiert? Dadurch, dass die Sonnen von hinten auf die Person scheint, ist diese in Ihrem eigenen Schatten, ergo verdunkelt. Was tun? Entweder: das Motiv anders positionieren. Oder: aufhellen! Durch einen einfachen, integrierten Systemblitz lässt sich das Model entsprechend aufhellen und trotzdem die schöne Bergkulisse einfangen!

Weitere Infos zum richtigen Umgang mit Licht findet Ihr z.B. hier.

In Summe gilt: achtet nicht nur auf die richtige Bildkomposition. Auch ein Blick auf das richtige Licht macht einiges aus! Dabei sollte Ihr es aber nicht zu kompliziert halten. Denn oft sieht man bereits auf den ersten Blick, ob das vorhandene Licht zum geplanten Foto passt oder nicht. Weitere Tipps, gerade für die Landschaftsfotografie (wichtig für Urlaubsfotos) findet Ihr z.B. hier.

Hier noch ein paar praktische Tipps mit Beispielsfotos:

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Aufhellen: Bei diesem Foto wurde das Model mit einem Reflektor aufgehellt, sprich das Licht wurde mit einem reflektierenden Gegenstand auf das Model gespiegelt. Dadurch hebt sich das Model besser vom Hintergrund ab. Weiters wurde das Bild im Schatten aufgenommen, um eine möglichst weiche Ausleuchtung zu gewährleisten und unschöne, harte Schatten im Gesicht zu minimieren.

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Unschärfe: In der Nacht kann man Straßenbeleuchtungen und andere Lichtquellen als schöne Hintergrunddekoration verwenden. Durch die offene Blende, die Fokkusierung auf die Regentropfen und die weite Distanz nach hinten zu den Lichtquellen erscheinen die Straßenbeleuchtungen als unscharfe Lichtpunkte. In der Fachsprache nennt man diese Unschärfe im Hintergrund auch Bokeh.


Urlaubsfotos leicht gemacht – der große CUBE Foto Crash-Kurs, Teil 4: die Bildkomposition

30. Sep 17:32 | posted by Michi | Keine Kommentare

Eine ganz entscheidende Frage für ein gutes Foto: wo und wie positioniere ich das Motiv? Viele UrlaubsfotografInnen neigen dazu, das Hauptmotiv mittig zu platzieren. Wenn Ihr dem entfliehen und bessere Fotos machen wollt, dann haben wir heute den ultimativen Tipp für Euch: den Goldenen Schnitt. Denkbar einfach, aber sehr effektiv.

Diese Technik ist bereits mehrere hunderte Jahre alt und galt stets als die Faustregel für Ästhetik und Harmonie. Verwendet wurde der Goldene Schnitt bereits in Gemälden und natürlich in einer endlosen Zahl von Fotos. Diese Bildkomposition wirkt sehr beruhigend, stimmig und ansprechend.

So funktioniert’s: das Foto gedanklich in drei gleich große Teile teilen (je nach Bedarf horizontal oder/und vertikal). Und nun versucht man das Motiv an den Trennlinien dieser Drittel zu positionieren – darum nennt man den Goldenen Schnitt in der Fotofografie auch Drittel-Regel.

goldener schnitt jochen karl outdoor fotografie fotoAber sehen wir uns das anhand eines praktischen Beispiels an: einem Urlaubsfoto vom Gipfel der Zugspitze, nahe dem CUBE BIBERWIER-LERMOOS. Hier tragen mehrere Faktoren zur Bildkomposition bei: Zum ersten wurde das Verhältnis zwischen Himmel und Berge bewusst im goldenen Schnitt gewählt – zwei Drittel Berg, ein Drittel Himmel. Durch die Betonung “mehr Berg als Himmel” bekommt das Bild eine gewisse “Schwere” (hätte man stattdessen ein Drittel Berg, zwei Drittel Himmel, dann wäre das Bild “luftiger”). Durch den goldenen Schnitt, der zusätzlich bei den Personen am Berg angewendet wurde, gibt es rechts noch Platz, leicht unscharf einen Panoramaweitblick ins Bild reinzupacken.

Probiert es am Besten das nächste Mal selbst aus wenn Ihr eine Landschaft fotografiert. Wenn Ihr den Horizont gemäß dieser Drittel-Regel positioniert, werden Eure Bilder viel stimmiger wirken!  Ein weiteres gutes Beispiel-Foto für den Goldenen Schnitt findet Ihr auf Wikipedia.

Weitere Kompositionsmöglichkeiten

Versucht, im gewünschten Motiv Linien oder Regelmäßigkeiten zu erkennen und diese Festzuhalten. Ein gutes Beispiel:

jochen karl fotografieHier wurde die Linienführung so gewählt, dass die „normale“ Leserichtung des Menschen (von links oben nach rechts unten) auf den Kopf gestellt wurde. Die Bank beginnt links unten und führt durch die geradlinige Form anschließend nach rechts oben – der Betrachter muss also den „Eingang“ des Bildes erst finden und folgt dann der Linie, was das Bild „spannender“ macht.

Eines sollte Euch aber bewusst sein: Bei diesen Tipps handelt es sich nur um Empfehlungen, sich im Laufe der Zeit etabliert haben. Man muss sich jedoch nicht immer daran halten. Denn ein guter Fotograf kennt zwar die Regeln der Fotografie – er weiß aber auch, wann er sie brechen kann.

In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spaß beim Experimentieren! Unten hab ich Euch noch jeweils ein Beispiel für den Goldenen Schnitt und für eine klare Linienführung angefügt. LG, Euer Jochen.

jochen karl

Auch ein Besuch im Cafe kann einen goldenen Schnitt mit sich bringen ;) Durch den scharfen Becher im goldenen Schnitt und den unscharfen Kaffeebereich bekommt man sofort das Kaffeehaus-Feeling vermittelt!

jochen karl

Ein weiteres Beispiel für gerade Linienführung. Der Betrachter wird durch die geradlinige Rolltreppe von unten nach oben geführt, wo die eigentliche Aussage, die Beine eines Menschen, stattfindet.


Urlaubsfotos leicht gemacht – der große CUBE Foto Crash-Kurs, Teil 3: die Idee zum Bild

28. Sep 16:58 | posted by Michi | Keine Kommentare

 In Zeiten der Digitalkameras ist Fotografieren wesentlich günstiger und einfacher geworden. Keine Filme zum Entwickeln, Bilder lassen sich bequem löschen und speichern. Das hat aber auch einen gravierenden Nachteil: denn oft hält man einfach mit der Kamera darauf los, ohne sich überhaupt Gedanken darüber zu machen, was und wie man denn überhaupt knippst. Das Resultat sind meist Unmengen an weniger guten Fotos. Dem schaffen wir im CUBE Foto Crash-Kurs Abhilfe und beschäftigen uns heute mit dem Killer-Thema: die Idee zum Bild. 

Ein klassisches Beispiel für ein Querformat: die Landschaftsfotografie.

Am Besten nimmt man sich selbst bei der Nase: wie oft habt Ihr denn schon wirklich bewusst fotografiert? Das heißt, vor dem Knipsen darüber nachgedacht, wie Ihr das gewünschte Objekt oder Motiv in Szene setzt? Selten, oder? Aber genau dieser Aspekt macht den Unterschied zwischen herkömmlichen Urlaubsfotos oder traumhaften Erinnerungsfotos aus. Hier ein paar Tipps bzw. Schlagwörter, über die man sich beim Fotografieren Gedanken machen kann: 

Das Format:
Soll das Motiv im Querformat abgebildet werden? Dies beruhigt ein Bild zumeist. Oder doch im Hochformat? Dieses Format bringt Spannung ins Bild und wird auch oft bei Portraits eingesetzt. Oder aber soll es ein Panorama werden, um die weite Wirkung des Bildes zu erhöhen? Manchmal macht auch ein quadratisches Format Sinn! Weitere Infos findest du hier

Mit Teleobjektiven kann man sich auch unbemerkt scheuen Tieren nähern! Durch die offene Blende erscheint der Hintergrund unscharf.

Die Brennweite:
Bei einer Spiegelreflexkamera bietet sich z.B. der Einsatz unterschiedlicher Objektive und den damit verbundenen Brennweiten an. Mit einem Weitwinkelobjektiv (ca. von 1 bis 24 mm) erzeugt man eine größere Distanz zwischen dem zu fotografierenden Objekt und dem Hintergrund. Ein Teleobjektiv (von ca. 50 mm bis 1000 mm) wiederum verkürzt die Distanz zwischen Objekt und Hintergrund. Den genauen Unterschied für Brennweiten findest du hier.

Position/Blickwinkel:
Hobby-Fotografen neigen dazu, sehr viel aus einer Position zu fotografieren. Ratsam ist es jedoch, beim Fotografieren auch einmal verschiedene Blickwinkel auszuprobieren. Ein Beispiel: Tierfotos aus dem Stand geschossen wirken relativ lieblos und fremd, macht man diese jedoch aus einer sehr tiefen Position z.B. aus der Hocke oder am Bauch liegend, wirken diese viel eher so, als wären sie aus der Perspektive des Tieres gemacht. 
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Wie wurde diese Aufnahme aufgenommen? Richtig, am Boden liegend! Dadurch erhält das Foto seinen natürlichen Touch!

 Weniger ist mehr:
Oft wird versucht, viel zu viele Informationen in einem Bild einzufangen. Das Bild wirkt überladen und der Betrachter hat überhaupt keine Möglichkeit sich auf das entsprechende Motiv zu konzentrieren. Deshalb vorab festlegen, was das Hauptmotiv des Bildes sein soll. Besitzer einer Spiegelreflexkamera sind hier im Vorteil, sie können die Schärfe des Bildes steuern und so z.B in einem komplett unscharfen Bild den Fokus auf ein scharfes Detail lenken. Oft wirkt auch, das Bild in Schwarz/Weiß zu machen bzw. später am Computer die Farben zu reduzieren, falls das Bild farbtechnisch zu überladen wirkt. 

Zum Abschluss noch einen persönlichen Tipp von mir: Oft kann man bereits im vorhinein mit der Planung zu einem guten Foto beginnen. Erkundigt Euch z.B. in einem Hotel,  wo in der Region gute Panorama-Spots sind! Beobachtet, wann und wo die Sonne auf- und untergeht. Wenn Ihr solche Fragen bereits vorab klärt, dann habt Ihr schon die halbe Miete für traumhafte Urlaubsfotos! 
LG und bist zum nächsten Mal, Euer Jochen 
P.S.: Wer mehr von meinen Fotos sehen will, schaut am besten auf meiner Facebooke Seite vorbei.

Durch das verwendete Weitwinkelobjektiv entsteht eine sehr starke Tiefenwirkung.

Durch das verwendete Weitwinkelobjektiv entsteht eine sehr starke Tiefenwirkung.

Weniger ist mehr: Das Bild besteht nur aus 2 Dingen: grüne Blätter und eine kleine Schnecke. Durch das bewusste Reduzieren wird der Blick des Betrachters sofort auf die Schnecke gelenkt.


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