Die richtige Ausrüstung zum Filmen einer MTB Tour
13. Mai 16:21 | posted by Michi
Teil 2 unserer Serie zum Thema Mountainbike Videos. Der professionelle Bike-Filmer Mike Herzog erklärt uns heute, worauf es beim Thema Equipment ankommt und welche Ausrüstung für den Durchschnittsbiker sinnvoll ist.
Hallo Mike. Kann man als Otto-Normal-Biker bei einer Bike-Tour überhaupt brauchbare Filmaufnahmen machen?
Ja, denn auch Hobbyfilmern steht heutzutage wirklich sehr gutes, qualitativ hochwertiges Equipment zur Verfügung. Erschwingliche HD-Camcorder sind optimal, um eine normale Tour abzulichten. Auch Helmkameras in HD-Qualität kosten heute nicht mehr die Welt und liefern brauchbare Ergebnisse. Ebenso sind auch die meisten privaten Computer von heute leistungsfähig genug, um kleine Filme darauf zu schneiden.
Wie sieht es mit den Kamera-Einstellungen aus? Dinge wie Weißabgleich, Schärfe oder Belichtungszeit benötigen schon einiges an Wissen, oder?
Wir im professionellen Bereich stellen nahezu alles manuell ein. Dafür sind natürlich Wissen und Erfahrung notwendig. Dieser Aufwand zahlt sich aber nur aus, wenn man wirklich erstklassige Ergebnisse anstrebt. Hobbyfilmer kommen mit weit weniger Aufwand aus: Die heutigen Kameras haben nämlich mittlerweile eine derart schnelle Reaktionszeit, dass die Aufnahmen bereits im Automatikmodus sehr brauchbar sind. Vor allem bei Sport-Aufnahmen kann man so auch unangenehme Überraschungen beim Nachbearbeiten vermeiden.
Mit welchem Equipment sollte man als Hobby-Biker einsteigen? Was ist für den durchschnittlichen Verbraucher sinnvoll, leistbar und leicht zu transportieren?
Bei nicht allzu großen Ansprüchen würde ich einen HD-Camcorder der Mittelklasse empfehlen. Bewährte Marken wie Canon, Sony oder Samsung bieten da schon ab ca. 300 Euro gute Modelle. Damit lassen sich im Hobbybereich sämtliche Bereiche einer Mountainbike Tour abdecken: Man kann einerseits aus der Hand filmen und den eingebauten Zoom verwenden. Andererseits sind solche Geräte auch klein und leicht genug, um sie mit Tape am Helm oder direkt am Rahmen zu befestigen. Das Equipment leidet zwar mit der Zeit darunter, doch in Summe ist dies die idealste Lösung.
Und wie steht es um die bereits erwähnten Helmkameras?
Heutzutage sind schon sehr gute und günstige Helmkameras um knapp 300 Euro erhältlich. Doch diese engen das Anwendungsgebiet ein und Ihr könnt damit kaum andere Aufnahmen, wie z.B. aus der Hand, machen. Somit wird in diesem Fall auch eine Handkamera benötigt, wodurch man preistechnisch sehr schnell auf 600 bis 800 Euro kommt und mehr Equipment transportieren muss.
Selbstverständlich hängt die Auswahl der Kamera von der Art des Films bzw. der Aufnahmen ab. Bei Aufnahmen im „Dirt“ Bereich würde z.B. eine Helmkamera mit Fischauge ausreichen. Befestigt man diese alternativ auf einem Stock, hat man auch eine universelle Kamera, die für Spitzenaufnahmen im Dirtpark sorgt!
Was wäre dann der Einstieg in eine höhere, semiprofessionelle Liga des Filmens?
Vor dem Wechsel auf eine semiprofessionelle Ausrüstung muss man sich im Klaren sein, dass es hier sehr kostenintensiv werden kann. So kostet eine mittlerweile veraltete, semiprofessionelle Kamera bei der man Objektive nach Bedarf wechseln und Einstellungsmöglichkeiten manuell bedienen kann, wie z.B. eine Canon XL2, immer noch ca. 5.000 Euro. Und da kann man noch nicht einmal in HD filmen!
Also ist es eine Entscheidung die jeder für sich selbst treffen muss: will ich nur ab und zu eine Bike-Tour auf Video festhalten oder will ich regelmäßig filmen und immer bessere Ergebnisse erzielen?
Und wenn man nicht gleich Geld investieren, sondern erstmals nur experimentieren will?
Wer nicht kaufen will, kann natürlich auch leihen. Bei uns (Autrenalin, Anm.) ist es Gang und Gebe, dass wir Kameras und Onboard-Equipment regelmäßig an Personen verleihen, die ihr Bike Wochenende gerne selbst festhalten wollen.
Soviel zum Thema Ausrüstung. Im nächsten Beitrag gibt Euch Mike Tipps, wie Ihr Euren Videos mehr Atmosphäre und einen „roten Faden“ verleiht. Eine Übersicht aller bisher erschienenen Artikel unserer Video-Serie findet Ihr hier.







