Rauf auf‘s Bike und Film ab! MTB-Filmer Mike Herzog im Interview – der große CUBE Video-Kurs
11. Mai 17:33 | posted by Michi
Der Salzburger Mike Herzog ist passionierter Mountainbiker. Ebenso ist er passionierter Filmer. Die logische Konsequenz: er ist passionierter Bike-Filmer. Mit seiner Video-Produktionsfirma „Autrenalin“ hat er sich in den letzten Jahren in der Outdoor-Szene einen Namen gemacht, der für qualitativ hochwertige Sport-Clips steht.
Wir haben ihn für unsere CUBE Blog Leser befragt, worauf es beim Filmen ankommt und was der durchschnittliche Mountainbiker beachten muss, um seine Tour auf Video festzuhalten. Das Ergebnis: ein umfangreiches Interview mit vielen interessanten Tipps und Einblicken. So umfangreich, das wir es auf mehrere Artikel aufteilen werden – los geht es heute mit Einsichten in die Arbeit eines Profi-Filmers.
Hallo Mike. Gib uns erstmals ein paar Einblicke, wie Ihr beim Bike-Filmen arbeitet. Wie groß ist ein Film-Team und wie filmt Ihr?
Erstmal kommt es auf das Filmprojekt und auf das zur Verfügung stehende Budget an. Handelt es sich um ein “Low-Budget” Projekt, bin ich meist alleine mit dem jeweiligen Sportler unterwegs. Für Helmkamerafahrten setze ich dann z.B. den Biker selbst ein und bestücke ihn mit Onboard-Kameras. Oder ich fahre die Line nach dem Dreh nochmals selbst ab.
Zumeist habe ich auch eine zweite Kamera bei mir, die ich auf einem Stativ platziere um den Gegenshot zu tätigen oder um eine Aufnahme in der Totalen machen zu können. Diese Art des Filmens ist zwar kostengünstiger, aber in Summe am Set und vor allem später am Schneidepult umso zeitaufwändiger.
Und bei Projekten mit größerem Budget?
Drehen wir Filme mit größerem Budget, dann besteht das Filmteam aus ca. fünf bis sechs Personen. Hier sind dann zwei bis drei Kameramänner im Einsatz. Einer für den Ton und zwei Hilfsleute, die das Equipment tragen, beim Aufbau helfen, Kameraleute sichern (im schweren Gelände oder bei Seilfahrten) und den Funk bedienen.
Bei so großen Projekten gibt es ja sicher einiges an Ausrüstung zu schleppen – wie geht Ihr damit um?
Der Equipment-Transport ist ebenso abhängig von der Location, an der gedreht wird. Sind wir in einem Bikepark, erfolgt der Transport mit dem Pickup auf den Forstwegen oder mit der Seilbahn. Im freien Gelände bleibt meistens nur der Fußweg oder mit einem Quad. Und wenn keine andere Möglichkeit besteht und die Ressourcen verfügbar sind, mit einem Helikopter.
Wie entscheidest Du, wo die Kameras aufgestellt werden?
Im Zuge der Vorbereitungen fahre ich als Filmer die Tour oder Line gerne selbst ab. Somit bekomme ich ein Gefühl für die Strecke, das Gelände und vor allem, wo der Biker in Action sein wird. Danach erstellen wir ein Skript und positionieren die Kameras entsprechend. Beim Dreh selbst sind diese nämlich an fixen Punkten aufgestellt und werden gegebenenfalls Shot für Shot neu platziert.
Verfolgerfahrten des Kameramanns auf einem Bike direkt hinter dem Athleten werden immer seltener, da der Anspruch der Zuseher in den letzten Jahren gewachsen ist und verwackelte Bilder im Film mittlerweile kaum mehr zum Einsatz kommen. Hier arbeiten wir fast nur noch mit Seilsystemen, Kamerafahrten oder Flugdrohnen.
Nächste Woche gibt Euch Mike Tipps, wie Ihr mit eien Otto-Normal-Ausrüstung gute Videos von Euren Bike-Touren machen könnt. Bis dahin als Einstimmung den Trailer zum “MTB Diary” eines von Mikes derzeitigen Projekten.







